Das Jubiläumsobjekt 2026


Goldene Palestrina-Medaille zum 200-jährigen Bestehen des Basilikachors St. Lorenz

Ab dem 20. Oktober 2026 erinnert das Jubiläumsobjekt im Salon des Kempten-Museums an 200 Jahre Kirchenmusik in der Basilika St. Lorenz. Die goldene Palestrina-Medaille, die Markus Naumann, Vorstand des Basilikachors, als Leihgabe zur Verfügung stellt, würdigt das jahrhundertelange musikalische Wirken des Chors.

Der Allgemeine Cäcilienverband für Deutschland, der Dachverband der katholischen Kirchenmusik, verleiht die Auszeichnung nach eingehender Prüfung an Kirchenchöre, die seit 200 Jahren ununterbrochen aktiv sind. 
Die vergoldete Medaille hat einen Durchmesser von fünf Zentimetern. Ihre Vorderseite zeigt ein Porträt des italienischen Renaissance-Komponisten Giovanni Pierluigi da Palestrina und trägt die Aufschrift „G. P. da Palestrina“. Auf der Rückseite ist „200 Jahre Musica Sacra ACV“ eingraviert.

Vertreter des Basilikachors übergaben dem Kempten-Museum die Medaille zur Präsentation in der Jubiläumsvitrine.
Auf dem Bild von links nach rechts: Prof. Dr. Karl Georg Schütz mit seinem Enkel, der stellvertretende Museumsleiter Michael Grünwald, Chorvorstand Markus Naumann sowie Chordirektor und Organist Benedikt Bonelli.

Die Geschichte des Chors der Basilika St. Lorenz reicht bis in die Umbruchzeit nach der Säkularisation zurück.
Nachdem 1802 die Benediktinerabtei und das Fürststift Kempten aufgehoben worden waren, wurde auch die Kirchenmusik an St. Lorenz neu organisiert. Der aus Buchloe stammende Volksschullehrer Matthias Waldhör trat 1820 zunächst seinen Dienst als Organist an. Nur wenige Jahre später, im Jahr 1826, wurde er in einem historischen Schriftstück bereits als „Chorregent“ bezeichnet. Damit ist belegt, dass zu diesem Zeitpunkt bereits ein Kirchenchor bestand – der heutige Basilikachor.
Seither wurde die kirchenmusikalische Tradition von zahlreichen Generationen von Sängerinnen und Sängern getragen. Bedeutende Kirchenmusiker und Kapellmeister prägten das Ensemble, darunter im 20. Jahrhundert Franz Lehrndorfer und Hans Gurski. Seit 2009 führt Chordirektor und Organist Benedikt Bonelli diese Tradition fort und setzt zugleich neue musikalische Impulse.

Die Palestrina-Medaille steht damit nicht nur für ein außergewöhnliches Jubiläum. Sie erzählt auch von zwei Jahrhunderten gemeinschaftlichen Engagements und von der Bedeutung der Kirchenmusik für das geistliche und kulturelle Leben Kemptens.

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